Wer am Montag aufgewacht ist undauf seinen Krypto-Screen geschaut hat, hatte erstmal einen Moment desSchreckens. Bitcoin unter 76.000 Dollar, über 600 Millionen in 30 Minutenliquidiert. Was dahinter steckt, was die EU mit MiCA vorhat und warum Kryptofirmenbald direkt zur FED könnten, besprechen Eric und Sascha in der neuen FolgeCrypto Nerds Uncut.
Die komplette Einordnung aller Themen gibt es in der aktuellen Folge von Crypto Nerds Uncut.
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Eric war diese Woche in Wien aufder Vienna Blockchain Week und beim Event der Digital Asset AssociationAustria. Sein Fazit: Was in Berlin und Deutschland an Krypto-Community verlorengegangen ist, entsteht gerade in Wien neu. Bybit, KuCoin und andere großeBörsen siedeln sich dort an, weil Wien ihnen einen klaren regulatorischenRahmen unter MiCA bietet.
Wichtiger Hintergrund: Zum 1.Juli 2026 läuft die Übergangsfrist für europäische Exchanges ab. Wer bis dahinkeine CASP-Lizenz hat, darf in der EU keine Kunden mehr betreuen. Wer jetztnoch nicht weit ist, ist laut Eric bereits zu spät dran.
Bitcoin fiel am Montag auf knappunter 76.000 Dollar, nachdem der Kurs noch in der Vorwoche über 80.000 war.Über 600 Millionen Dollar wurden innerhalb von 30 Minuten liquidiert. Ericerklärt, warum solche Bewegungen so stark ausfallen.
Der Mechanismus dahinter sindLong-Liquidationen: Trader setzen mit Hebel auf steigende Kurse. Wenn der Preisstark fällt, werden diese Positionen automatisch aufgelöst. Das drückt den Kursweiter nach unten, was weitere Liquidationen auslöst, ein Kaskadeneffekt. Aufder Liquidation Heatmap sieht man, dass unterhalb von 75.500 Dollar nocheiniges an Liquidität liegt. Ein weiterer Rutsch in diese Zone wäre also nichtausgeschlossen.
Die Ursachen sind nichtkryptointern. Eric nennt drei Faktoren: hartnäckige US-Inflation,US-Treasury-Renditen über 5,1 Prozent und die festgefahrene Lage rund um denIran, wo die Verhandlungen stocken, weil die USA auf Auslieferung vonangereichertem Uran bestehen und der Iran ablehnt. Dazu kommen starkeETF-Outflows die gesamte Woche über.
CoinGecko hat einen Report zumPerpetual-Trading-Markt veröffentlicht. Das Volumen ist im Vergleich zumVorjahreszeitraum um rund 34 Prozent zurückgegangen. Sascha ordnet ein: VieleEinsteiger haben sich beim Hebeltrading die Finger verbrannt. Binance bleibtder klare Marktführer, danach kommen OKX und kleinere Plattformen.
Ein Punkt, den beide im Podcastbetonen: Perpetual Trading mit Hebel ist nichts für Anfänger. EuropäischeBörsen dürfen regulatorisch ohnehin nur Hebel bis etwa fünf anbieten. Wer estrotzdem probieren möchte, sollte die Mechanik erst mit kleinen Beträgenverstehen und sich bewusst sein, dass der gesamte Einsatz verloren gehen kann.
Der Clarity Act in den USA rücktnäher. Eine wichtige Neuerung laut Eric: Stablecoin-Yields sollen erlaubtwerden, allerdings nur auf Basis einer Reward-Mechanik. Es darf also nichteinfach Zins auf geparktes Geld geben, es muss eine Art Aktivität damit verbundensein. Wie das in der Praxis aussieht, wird sich in den Produkten zeigen.
Die EU hat genau das auf demSchirm. Nur zwei Tage vor Aufnahme dieser Folge hat die EU-Kommission eineKonsultation für einen MiCA-Review gestartet. Deadline ist der 31. August 2026.Der Grund laut Eric: Wenn in den USA Stablecoin-Yields erlaubt sind und inEuropa nicht, fließt Kapital dorthin. Das wäre ein struktureller Nachteil füreuropäische Anbieter. Ob daraus ein MiCA 2.0 wird, ist noch offen.
Trump hat eine Executive Orderunterzeichnet, die prüfen soll, ob Fintechs und Kryptounternehmen direktenZugang zu einem FED-Account bekommen. Bisher müssen Kryptofirmen über Bankenals Mittler laufen, wenn sie Kundengelder verwahren wollen. Das kostet Geld undschafft Abhängigkeiten.
Kraken hat bereits einen solchenTestzugang, allerdings noch unter der Biden-Administration genehmigt. Bankenwehren sich massiv dagegen, weil ihr Geschäftsmodell als Mittler wegfallenwürde. Die Firmen haben laut Transcript 20 Tage Zeit, Vorschläge zur Vereinfachungder Prozesse einzureichen.
Sascha hebt einen weiteren Trendhervor: Immer mehr kleine Token und Memecoins werden auf Perpetual Dexesgelistet. Das macht diese Märkte noch riskanter, weil die Liquidität beikleinen Token deutlich geringer ist als bei Bitcoin oder Ethereum. Ein Listing-Announcementist oft ein Marketingtrick, kein Qualitätssignal.
Kraken arbeitet mit LukasPodolski zusammen, passend zur Fußball-WM und zur Netflix-Doku, die im Junierscheint. Bitwavo ist mit einem gebrandeten Bus auf Tour beim DFB-Pokal. UndEric deutet an, dass auch Crypto Nerds demnächst etwas Ähnliches plant. Detailsfolgen auf den Social-Media-Kanälen.
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