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Kaum jemand hat die Geschichte von Ethereum so stark geprägt wie Christoph Jentzsch. Als Architekt von The DAO, Mitgründer von Slock.it und einer der frühesten Entwickler im Ethereum-Team gehört er zu den wichtigsten Stimmen, wenn es um dezentrale Organisationen, Tokenisierung und Web3-Governance geht.
Im Gespräch mit Eric Heinemann wird schnell klar: Jentzsch vereint historisches Wissen, technische Tiefe und praktische Erfahrung wie kaum ein anderer. Seine Sicht auf DAOs, Tokenisierung und die zukünftige Rolle von Ethereum erklärt nicht nur die Vergangenheit – sondern zeigt, wohin sich das Web3 wirklich bewegt.
Die komplette Podcast-Folge mit Christoph Jentzsch findest du hier:
👉 Experts | Was ist Tokenisierung? | Krypto-Legende Christoph Jentzsch - Crypto Nerds Podcast
Christoph Jentzsch ist seit den frühesten Tagen Teil der Ethereum-Geschichte. Nach seiner Tätigkeit als Physiker arbeitete er bei der Ethereum Foundation, entwickelte Tausende Testfälle für das Ethereum-Protokoll und war im direkten Austausch mit Vitalik Buterin und Gavin Wood
Ein Teil der wichtigsten Stationen:
In seiner Karriere arbeitete Jentzsch nicht nur an Smart-Contract-Standards, sondern auch an den Grundlagen dezentraler Organisationsformen. Dadurch betrachtet er DAOs nicht als Trend, sondern als logische Weiterentwicklung digitaler Zusammenarbeit.
Als Christoph 2015 Slock.it gründete, entstand parallel die Idee zu The DAO – einer vollständig dezentralen Investmentorganisation ohne klassische Unternehmensstruktur.
Die Vision war radikal: Kapital über Smart Contracts bündeln, demokratisch verwalten und vollständig transparent organisieren.
Einige Kernpunkte dieses Experiments bleiben bis heute wegweisend:
Dass The DAO schließlich rund 150 Millionen USD einsammelte, war 2016 eine Sensation – und gleichzeitig der größte Realitätstest, den das Web3 je gesehen hatte.
Oft wird der DAO-Hack als Schwäche von Ethereum missverstanden. Christoph stellt jedoch klar, dass der Fehler nicht im Protokoll, sondern im Smart Contract lag.
Er erklärt präzise, dass die sogenannte Reentrancy-Lücke es Angreifern ermöglichte, wiederholt Mittel abzuziehen, bevor der Kontostand korrekt aktualisiert war
Damit war klar: Nicht Ethereum war das Problem – sondern die Logik im DAO-Code.
Der Schock war groß, doch der Vorfall wurde zum Wendepunkt der gesamten Blockchain-Geschichte.
Der DAO-Hack stellte Ethereum 2016 vor eine fundamentale Entscheidung: Sollte das Netzwerk durch einen Hard Fork korrigiert werden, um die gestohlenen Mittel zurückzugeben, oder sollte man das Ereignis als Teil der „Unveränderbarkeit“ der Blockchain akzeptieren? Christoph Jentzsch erklärt, dass diese Phase deutlich machte, dass Ethereum nicht nur aus Code besteht, sondern ebenso aus sozialem Konsens. Die Community musste gemeinsam entscheiden, welche Werte für die Zukunft gelten sollten – und dieser Prozess zeigte erstmals die Stärke eines Netzwerks, das auf offenen Diskussionen und kollektiven Entscheidungen basiert.
Der Hard Fork führte zwar zur Spaltung in Ethereum und Ethereum Classic, doch gerade dieser Konflikt machte Ethereum widerstandsfähiger. Aus der Krise resultierten höhere Sicherheitsstandards, professionellere Governance-Strukturen und ein klareres Verständnis dafür, wie dezentrale Systeme auf Fehler reagieren sollten. Für Jentzsch war es ein schmerzhafter, aber notwendiger Reifeschritt, der Ethereum stabiler und verantwortungsvoller machte.
Christoph sieht DAOs nicht als kurzfristigen Trend, sondern als neue Klasse globaler Organisationsformen. Obwohl er kritisch mit heutigen DAO-Modellen umgeht, beschreibt er klare Zukunftsvorteile.
Doch Jentzsch betont ausführlich, dass diese Vorteile nur Realität werden, wenn Governance-Modelle weiterentwickelt werden. Token-Voting sieht er beispielsweise als unzureichend, weil es zwar Kapital belohnt, aber nicht Wissen oder Beitrag. Diese strukturelle Schwäche führt zu Stimm-Müdigkeit, konzentrierter Macht und ineffizienten Entscheidungen.
Während The DAO 2016 noch ein mutiges Experiment auf einer unreifen technologischen Basis war, haben sich DAOs seitdem grundlegend weiterentwickelt. Christoph betont, dass Smart-Contract-Standards, Governance-Modelle und Sicherheitsverfahren heute deutlich ausgereifter sind. Tools wie formale Verifikation, modulare DAO-Frameworks und professionelle Audits sorgen dafür, dass moderne DAOs auf stabilem Fundament stehen – weit entfernt von den improvisierten Strukturen der frühen Web3-Jahre.
Auch organisatorisch ist die Entwicklung enorm: Rechtliche Konstrukte wie DAO LLCs oder Stiftungsmodelle geben Projekten Struktur, während Governance-Mechanismen klarer definiert und weniger anfällig für Fehler sind. Aus Sicht von Christoph haben sich DAOs damit von einem visionären Konzept zu einer professionellen Organisationsform entwickelt, die zunehmend unternehmerisch genutzt wird und weit besser funktioniert als 2016.
Seit der Arbeit an Ethereum widmet sich Jentzsch einem der derzeit wichtigsten Web3-Use-Cases: Tokenisierung von Unternehmensanteilen. Mit Tokenize-it schafft er eine in Deutschland einsetzbare Lösung, die GmbH-Anteile digital abbildet und rechtlich sauber gestaltet ist.
Er erklärt detailreich, wie man durch Genussrechte, Put-Optionen und flexible Wandlungsmechanismen Token strukturiert, sodass sie wirtschaftlich echten GmbH-Anteilen ähneln – ohne notarielle Beurkundungspflichten auszulösen
Diese Konstruktion ermöglicht:
Damit schafft Tokenisierung erstmals einen echten Brückenschlag zwischen klassischem Unternehmensrecht und Blockchain-basiertem Eigentum.
Christoph schätzt die aktuelle Reife wie folgt ein:
Er sieht die kommenden Jahre als entscheidend dafür, ob DAOs und Tokenisierung massentauglich werden – vor allem durch klare Regulierungen wie MiCA und die Einführung der Krypto-Aktie, die er als größten kommenden Wachstumstreiber in Europa betrachtet
Einige Bulletpoints bleiben bestehen, andere erkläre ich ausführlich:
Besonders wichtig: Jentzsch erwartet, dass reale Vermögenswerte – von Aktien über Immobilien bis hin zu Unternehmensanteilen – flächendeckend tokenisiert werden. Diese Verbindung von Realwirtschaft und Blockchain bildet für ihn den größten Sprung seit den frühen Ethereum-Jahren.
Hier lasse ich bewusst einige Bulletpoints bestehen:
Im Kern zeigt Christophs Analyse: Die Zukunft dezentraler Organisationen entsteht dort, wo Technologie, Recht und Community-Governance aufeinandertreffen – und genau diese Schnittstelle wird die nächsten Innovationszyklen im Web3 dominieren.
Wenn du tiefer in Ethereum, DAOs und die Geschichte von „The DAO“ eintauchen willst, hör dir die komplette Folge mit Christoph Jentzsch an:
👉 Experts | Was ist Tokenisierung? | Krypto-Legende Christoph Jentzsch - Crypto Nerds Podcast
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