KOSPI crasht, Aschenbrenner muss verkaufen und BitMart macht zu: Was du diese Woche wissen musst

Diese Woche war nicht gemütlich. Der südkoreanische Aktienmarkt crasht. Ein 25-jähriger KI-Investor, der aus dem Nichts einen der erfolgreichsten Hedgefonds der letzten zwei Jahre aufgebaut hat, muss seine Positionen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion verkaufen. Und zwei Kryptobörsen innerhalb von wenigen Tagen kündigen ihren Shutdown an. Eric und Sascha nehmen dich durch eine Woche, die vor allem eins zeigt: Leverage ist kein Freund.

Die komplette Einordnung aller Themen gibt es in der aktuellen Folge von Crypto Nerds Uncut.

Bitcoin mit minus 2,2 Prozent: Schwächster ETF-Monat seit Januar 2024

Bitcoin steht aktuell bei 63.630 Dollar, ein Minus von rund 2,2 Prozent zur Vorwoche. Gestern wurde der Kurs noch einmal ordentlich durchgereicht, nachdem er zwischenzeitlich über 65.000 Dollar war. Was die Bewegung erklärt, ist kein einzelner Faktor, sondern mehrere, die gleichzeitig drücken: Die Iran-Situation bleibt ungelöst, die ETF-Flows sind weiterhin schwach und die Makrolage ist alles andere als krypto-freundlich.

Konkrete ETF-Daten: Der Juli 2026 endet mit gerade mal 205 Millionen Dollar an Netto-Inflows in Bitcoin-ETFs. Das ist der schwächste positive Monat seit dem ETF-Start im Januar 2024. Kein negativer Monat, aber kaum Momentum. Direkt nach der letzten Folge kamen 225 Millionen Dollar Outflow, dann weitere 240 Millionen am nächsten Tag.

Eric hat zuletzt den Chief Investment Officer von 21Shares für den Podcast interviewt. Dessen Einschätzung: Bitcoin-Kurs bis Jahresende wieder Richtung 100.000 Dollar. Eric ist skeptisch. Sascha sieht das etwas differenzierter: Die Investorengruppen haben sich verändert. Wenn das Narrativ dreht, kann es schnell gehen. Aber einen klaren Trigger sieht keiner der beiden gerade.

KOSPI-Crash: Samsung, SK Hynix und die chinesische Chip-Konkurrenz

Am Montag und Dienstag bricht der südkoreanische Aktienindex KOSPI so stark ein, dass der Handel kurzzeitig ausgesetzt wird. Zwei Faktoren treffen gleichzeitig: Quartalszahlen, die unter den Erwartungen lagen, und Berichte, dass China einen inländischen Chip-Hersteller hochgezogen hat, der ernsthaft mit der etablierten Konkurrenz konkurrieren kann. Das löst Panik aus, weil der Wettbewerbsvorteil der koreanischen Chip-Industrie plötzlich weniger sicher wirkt.

Der KOSPI-Crash hängt direkt mit dem Aschenbrenner-Margin Call zusammen. Wenn große Positionen in SK Hynix unter Druck geraten, fällt der Kurs. Wenn der Kurs fällt, kommen Margin Calls. Wenn Margin Calls kommen, müssen Positionen verkauft werden. Das drückt den Kurs weiter nach unten.

Leopold Aschenbrenner: Margin Call, Citadel und was wirklich passiert ist

Leopold Aschenbrenner ist 25 Jahre alt, in Deutschland geboren und aufgewachsen, und hat als Valedictorian der Columbia University mit 19 Jahren seinen Abschluss gemacht. Er arbeitete im Superalignment-Team von OpenAI und wurde 2024 gefeuert. Danach veröffentlichte er eine etwa 150-seitige Essay-Reihe namens Situational Awareness und gründete darauf aufbauend seinen Hedgefonds Situational Awareness LP.

Der Fonds startete Ende 2024 mit rund 225 Millionen Dollar und wuchs auf bis zu 45 Milliarden Dollar auf dem Peak, mit bis zu 4-facher Hebelung auf KI-Infrastruktur-Titel wie SK Hynix, Bloom Energy und CoreWeave. Bis Ende Juni 2026 hatte er eine Nettorendite von 439 Prozent erwirtschaftet.

Was dann passiert ist: Im Juli bricht der KI-Infrastruktursektor deutlich ein. Die Prime Brokers Goldman Sachs, JPMorgan und Bank of America stellen Margin Calls aus. Aschenbrenner hat keine Liquidität mehr. Das gesamte öffentliche Aktienportfolio wird in einem Block an Ken Griffins Citadel verkauft. Was bleibt, ist eine Anthropic-Beteiligung als Privatposition.

Sascha bringt es auf den Punkt: Never play with the big guys. Citadel hat die Gelegenheit genutzt und die Positionen übernommen, bevor die Börse am nächsten Morgen öffnete.

BitMart schliesst nach neun Jahren: Was das für dich bedeutet

Nur wenige Tage nach der BitMEX-Ankündigung vom 23. Juli gibt auch BitMart seinen Shutdown bekannt. Die Ankündigung kam am 26. Juli 2026. Der eigene Global CEO erfuhr es nicht vorab, sondern wie alle anderen aus der öffentlichen Bekanntmachung. Er wurde am 24. Juli gefeuert.

BitMart existiert seit neun Jahren und hat laut eigenen Angaben über 13 Millionen Nutzer in mehr als 180 Ländern. Handelsende ist der 26. August 2026. Auszahlungen bleiben bis zum 31. Januar 2027 möglich. BitMart selbst warnt vor Scammern, die sich in Shutdown-Phasen als Plattform ausgeben.

Eric ordnet ein: In früheren Zyklen waren solche Bereinigungen am Markt immer eher gegen Ende eines Bärenmarktes aufgetreten. Kein Versprechen, aber ein historisches Muster. Kein Financial Advice.

Strategy kauft im Juli keinen einzigen Bitcoin

Strategy hält aktuell 843.775 Bitcoin und hat seit dem 22. Juni keinen weiteren Bitcoin gekauft. Erstmals seit Langem ist ein ganzer Monat ohne einen einzigen Kauf vergangen. Das Perpetuum mobile aus Käufen und steigendem Kurs läuft gerade nicht.

CZ will Meme Coins traden: Was steckt dahinter?

Changpeng Zhao, bekannt als CZ und Gründer sowie ehemaliger CEO von Binance, hat sich geäußert, in den kommenden Wochen möglicherweise ein paar Meme Coins zu traden. Sascha sieht darin ein Signal: Erfahrungsgemäß kommt der größte Teil des Volumens in einem Bull Run über Meme Coin Trading. Die Frage ist, wann dieser Kipppunkt kommt.

Working on Tomorrow: Saschas Newsletter

Saschas LinkedIn-Newsletter Working on Tomorrow ist nach wenigen Wochen bereits bei knapp 1.000 Abonnenten. Er erscheint täglich und behandelt alle relevanten Tech-News weltweit: von Fusionsenergie über Biotech bis zu KI.

CONF3RENCE und Lernplattform-Beta

Die CONF3RENCE findet am 15. und 16. September 2026 in Stuttgart in der Kokerei statt. Der Eintritt ist kostenlos, eine Registrierung ist trotzdem erforderlich. Die Beta-Phase der Crypto Nerds Lernplattform startet am 17. August. Wer dabei sein möchte, findet den Link in den Shownotes.

 

Die komplette Einordnung aller Themen gibt es in der aktuellen Folge von Crypto Nerds Uncut.

Eric Heinemann ist Gründer von Crypto Nerds, einem der führenden deutschsprachigen Krypto-Education-Formate.
Seit 2018 erklärt er komplexe Themen wie Bitcoin, DeFi und Blockchain verständlich und praxisnah – über Podcasts, Kurse und Events in ganz Europa.
Eric Heinemann,
Gründer von Crypto Nerds
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