
Der Krypto Markt hat in dieser Woche einen Punkt erreicht, den viele nur aus früheren Krisen kennen: Kapitulation. Massive Kursverluste, über zwei Milliarden US-Dollar an Liquidationen und ein Fear & Greed Index von nur 5 Punkten sprechen eine klare Sprache. Angst dominiert – rationales Handeln fällt schwer.
In der aktuellen Folge von Crypto Nerds Uncut analysieren Eric Heinemann und Sascha Roehrer diese Ausnahmesituation gemeinsam mit Werner Hoffmann, Gründer von Pekuna und Experte für Krypto-Steuern. Schnell wird klar: Der Markt ist brutal, aber nicht irrational. Und gerade jetzt entscheidet sich, wer langfristig bestehen kann.
🎥 Die komplette Folge Crypto Nerds Uncut:
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Mit einem Wert von 5 erreicht der Fear & Greed Index ein Niveau, das selbst in früheren Schockphasen selten war. Noch im November galt ein Wert von 10 als extrem – heute ist der Markt nochmals deutlich tiefer gefallen. Diese Stimmung ist typisch für Phasen, in denen gehebelte Positionen reihenweise liquidiert werden und sich Abwärtsbewegungen selbst verstärken.
Sascha Roehrer beschreibt das Bild treffend: Der Kryptomarkt ist jung, stark gehebelt und emotional. Genau diese Kombination sorgt dafür, dass Abverkäufe schneller und härter ausfallen als in klassischen Märkten. Ohne klare Trigger-News entsteht eine Abwärtsspirale aus Liquidationen, Panik und weiterem Verkaufsdruck.
Über 2,1 Milliarden US-Dollar wurden innerhalb kurzer Zeit liquidiert – mehr als bei vielen historischen Crashs. Das Besondere: Es gab kein einzelnes auslösendes Ereignis wie FTX oder Terra Luna. Märkte fielen einfach, weil Liquidität fehlte und Hebelpositionen kollabierten.
Diese Phase zeigt eindrücklich, warum gehebeltes Trading für die meisten Anleger kein nachhaltiger Ansatz ist. Eric bringt es klar auf den Punkt: Wer langfristig investieren will, sollte Spot kaufen, Positionen langsam aufbauen und auf maximale Kontrolle setzen – nicht auf maximale Rendite.
Trotz aller Unsicherheit gibt es historische Muster. Extreme Angstphasen waren langfristig betrachtet oft gute Einstiegszonen – vorausgesetzt, man bringt Geduld und Struktur mit. Diskutiert wurden mehrere Ansätze:
Werner Hoffmann beschreibt seinen Ansatz pragmatisch: Regelmäßig investieren und in Phasen extremer Panik selektiv nachkaufen – nicht aus Hoffnung, sondern aus Erfahrung.
Ein zentrales Thema der Folge ist das oft unterschätzte Tax-Loss-Harvesting. In Deutschland gilt: Gewinne nach zwölf Monaten Haltedauer sind steuerfrei – Verluste aber nicht mehr nutzbar, wenn sie nicht rechtzeitig realisiert werden.
Gerade in dieser Marktphase kann es sinnvoll sein, Positionen mit Verlust innerhalb der Jahresfrist gezielt zu verkaufen, um steuerlich verwertbare Verluste zu sichern. Diese können später mit Gewinnen verrechnet oder sogar vorgetragen werden. Werner macht jedoch klar: Timing, Dokumentation und Abstand zwischen Verkauf und Rückkauf sind entscheidend, um keinen Gestaltungsmissbrauch zu riskieren.
Besonders relevant:
Nicht nur Privatanleger geraten unter Stress. Auch große Treasury-Vehikel wie MicroStrategy oder BitMine stehen massiv unter Druck. Unrealisierte Verluste in Milliardenhöhe werfen die Frage auf, ob diese Strukturen langfristig stabil sind – oder selbst zu systemischen Risiken werden.
Eric und Sascha sind sich einig: Der Markt sollte kritisch hinterfragen, ob extreme Konzentration von Bitcoin oder Ethereum in wenigen Händen wirklich ein Vorteil ist.
Parallel zur Panik wird deutlich, wie langsam traditionelle Institutionen reagieren. Sparkassen, Volksbanken und Banken bereiten Krypto-Angebote vor – treffen aber auf eine Zielgruppe, die entweder bereits investiert ist oder kein Interesse mehr hat. Werner bestätigt: Für viele Kunden kommt das Angebot schlicht zu spät.
Die Folge zeigt damit eine paradoxe Situation: Während Privatanleger kapitulieren, bauen Institutionen Infrastruktur auf – oft ohne unmittelbare Nachfrage.
Diese Folge von Crypto Nerds Uncut ist eine der ehrlichsten Momentaufnahmen des Marktes. Panik, Verluste und Unsicherheit dominieren – doch genau jetzt trennt sich kurzfristige Spekulation von langfristigem Vermögensaufbau.
Oder wie es zwischen den Zeilen immer wieder anklingt:
Der Markt ist nicht kaputt – er prüft nur, wer vorbereitet ist.
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