
Es ist ein bekanntes Muster im Kryptoraum: Man stolpert durch einen Freund oder einen Zufallsfund ins Thema, kauft zu spät, verliert und fängt dabei an zu lernen. Furkan Yildirim von Coincheck TV hat diesen Weg gemacht, aber aus einem anderen Ausgangspunkt heraus als die meisten.
Er studierte Wirtschaftsingenieurwesen, handelte nebenher Forex, um seinen BAföG-Betrag etwas zu strecken, und merkte 2017, dass es auf Deutsch kaum seriösen Content zu Bitcoin gab. Vier von fünf Kanälen bewarben eigene Projekte oder Scams. Furkan Yildirim dachte: Das kann ich besser.
Was folgte, war kein schneller Aufstieg. Sein erstes Video hatte unter 2.000 Aufrufe. Die ersten 10.000 Abonnenten kamen nach dreieinhalb Jahren. Wer heute auf seinen Kanal schaut, sieht über 200.000 Follower über alle Plattformen hinweg.
„Ich wusste nicht mal, was ein Affiliate-Link ist. Ich habe einfach angefangen.“
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Furkan Yildirim beginnt jeden Morgen nicht mit warmem Wasser und Zitrone, sondern mit dem Blick auf den Kurs. Er will wissen, ob über Nacht Orders gefüllt wurden oder Anpassungen nötig sind.
Was dann folgt, ist ein strukturierter Prozess durch seine bevorzugten Plattformen. Financial Times, Bloomberg, Wall Street Journal, alle mit Premium-Abo. Dazu spezifische Analysten auf X je nach Thema und News-Aggregatoren wie Walter Bloomberg oder den Kobayashi Letter für den ersten Überblick.
„Information ist Overload. Wenn du willst, kannst du 24-7 dir was durchlesen. Wichtig ist, zwischen Lärm und wirklichem Signal zu unterscheiden.“
Content und eigene Informationsbeschaffung sind bei ihm keine getrennten Prozesse, sondern zwei Seiten derselben Synergie. Was er für seine Community aufbereitet, hat er vorher für sich selbst bewertet.
Wer Furkan Yildirim nach dem wichtigsten Werkzeug im Trading fragt, bekommt keine einfache Antwort. Nicht weil er ausweicht, sondern weil die Frage falsch gestellt ist.
Aus seiner Sicht ist das Isolieren einer einzigen Methode das größte Risiko. Wer nur Technische Analyse betreibt, läuft Gefahr, durch ein makroökonomisches Ereignis überrascht zu werden. Wer nur auf Makro setzt, sieht nicht, wie überhebelt ein Markt gerade ist.
Furkan Yildirim nennt das Confluence: das bewusste Zusammenführen von Makrolage, technischem Bild und aktueller Newslage zu einem Gesamtbild. Kein starres System, sondern ein Prozess.
„Etwas isoliert zu betrachten ist sehr, sehr gefährlich. Ich bin ein Fan davon, alles zu berücksichtigen und daraus eine Confluence zu bauen.“
Der Einfluss von Makro auf Bitcoin ist real, aber er wandelt sich. Früher war es die Liquiditätskorrelation mit dem 10-Wochen-Versatz-Chart, der für eine Weile erstaunlich gut funktionierte. Dann hörte er auf zu funktionieren. Jetzt sind es aus Furkan Yildirims Sicht eher die Renditen der US-Staatsanleihen und die Inflationserwartungen, die den kurzfristigen Druck auf Risikoassets bestimmen.
„Erst war es die Liquidität, dann schaut jeder auf die Liquidität, dann ist es nicht mehr die Liquidität.“
Das Iran-Beispiel illustriert es konkret: Öl zieht an, Inflationserwartungen steigen, Risikobereitschaft sinkt, Bitcoin gerät unter Druck. Nicht weil Liquidität von Bitcoin in Öl fließt, sondern weil Investoren als Organismus vorsichtiger werden.
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Furkan Yildirim hat eine klare Reihenfolge: Erst verstehen, dann investieren. Die meisten machen es umgekehrt. Sie kaufen, wenn die Kurse grün sind, und verkaufen panisch beim ersten Rücksetzer, weil sie keine Überzeugung haben.
„Wer überzeugt von einem Investment ist, sollte sich sogar darüber freuen, dass der Kurs fällt, weil er dann nachkaufen kann.“
Für Menschen mit Vollzeitjob, Familie und wenig Zeit ist seine Empfehlung eindeutig: Sparplan. Halbherziges Trading ist gefährlicher als gar kein Trading. Wer aktiv handeln will, braucht Kapital, Zeit und ein klares Riskmanagement.
Wer 30.000 Euro im Jahr als Day-Trader verdienen will, muss bei einer vernünftigen Rendite von 10 bis 20 Prozent mit 150.000 bis 300.000 Euro Kapital antreten. Wer das nicht hat, sollte die Erwartungen anpassen.
Furkan Yildirim verfolgt den Vierjahreszyklus, handelt aber nicht danach. Er findet ihn interessant, weil er bis heute funktioniert hat, aber zu simpel, um darauf echte Positionen aufzubauen.
„Ich glaube, die Haltefrist wird irgendwann fallen. Ob es dieses Jahr oder in zehn Jahren ist, weiß ich nicht. Aber irgendwann wird sich der Staat was ausdenken.“
Auf den Rainbow Chart verzichtet er gerne. Er bevorzugt On-Chain-Modelle wie MVRV, weil sie echtes Kaufverhalten abbilden und keine statischen Kurven, die irgendwann nicht mehr mit der Realität zusammenhängen.
Furkan Yildirims Botschaft für Anfänger lässt sich auf drei Punkte bringen: Verstehe, in was du investierst. Sei ehrlich zu dir selbst, wie aktiv du wirklich sein willst. Und akzeptiere, dass kein Kochrezept ewig funktioniert, weder im Makro noch im Chart.
Wer erwartet, über Nacht reich zu werden, verbrennt sich am ehesten die Finger. Wer klein anfängt, ein echtes Riskmanagement aufbaut und bereit ist, den eigenen Ansatz mit dem Markt weiterzuentwickeln, ist auf dem richtigen Weg.
Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Bildung. Krypto-Investments sind mit erheblichen Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Triff deine Entscheidungen immer selbstbestimmt und informiere dich gründlich, bevor du investierst. Dieser Artikel kann sogenannte Affiliate Links unserer Partner erhalten, wir erhalten eine Provision, wenn du dich für das Angebot entscheidest.


