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DeFi ist keine Modeerscheinung, sondern eine technologische Revolution, die die Finanzwelt langfristig umkrempelt. Einer, der diese Entwicklung nicht nur miterlebt, sondern aktiv geprägt hat, ist Marcel Uhlmann – einer der ersten europäischen Liquidity Provider bei Uniswap, langjähriger Banker und heute VC-Investor sowie Berater für Banken und Vermögensverwalter.
Im Gespräch mit Eric Heinemann erklärt Marcel, wie die ersten Uniswap-Pools funktionierten, warum AMMs (automatisierte Market Maker) klassische Börsenstrukturen herausfordern, welchen Stellenwert Tokenisierung in Europa einnimmt und weshalb DeFi für ihn das Fundament eines neuen globalen Finanzsystems bildet.
Die komplette Podcast-Folge mit Marcel Uhlmann findest du hier:
👉Von der Bank zu Uniswap: Marcel Uhlmanns DeFi-Reise | mit DeFi-Pionier Marcel Uhlmann - Crypto Nerds Podcast - Krypto, Bitcoin, Web3 & Co.
Marcel Uhlmann ist ein ungewöhnlicher Brückenbauer zwischen klassischer Finanzwelt und Blockchain-Ökonomie. Geboren in Leipzig, startete er seine Karriere im Bankenwesen und betreute über 20 Jahre lang professionelle Vermögensverwalter — BaFin-regulierte Institute, die Geld für Dritte managen.
Parallel entwickelte er eine tiefe Leidenschaft für Technologie und neue Finanzarchitekturen.
2017 kam er durch einen Kollegen erstmals in Kontakt mit Ethereum und stieg in die frühe DeFi-Szene ein. Er beschreibt diese Anfangszeit als eine Welt, in der niemand Namen veröffentlichte, alles über Discord oder Telegram lief und die Atmosphäre völlig anders war als in Banken, „wo jeder ein Namensschild trägt“
Marcel wurde schließlich einer der ersten Liquidity Provider bei Uniswap – zu einer Zeit, als die Gründer selbst kaum Kapital hatten und die Idee eines automatisierten Market Makers (AMM) noch radikal neu war.
Heute ist Marcel:
Seine Perspektive verbindet Bankenerfahrung, technologische Kompetenz und die on-chain Realität der Pioniere.
Marcel gehört zu den ersten Anwendern, die DeFi nutzten, bevor es überhaupt „DeFi“ hieß. Die allerersten Use Cases waren einfache Token – unter anderem USDT, der erste Stablecoin überhaupt, sowie frühe Protokolle wie MakerDAO und Compound
Das zentrale Problem damals: Dezentrale Börsen funktionierten nicht, weil Orderbücher ohne Market Maker leer blieben. Uniswap revolutionierte das, indem Liquidität durch Pools bereitgestellt und Preise algorithmisch nach der Formel x·y=k bestimmt wurden.
Marcel erklärt:
„Automatisiert geht nur dann, wenn jemand Liquidität bereitgestellt hat.“
Er selbst stellte Kapital in die ersten ETH-DAI-Pools und nahm damit das Risiko eines Market Makers auf sich – gegen Gebühren und das Bewusstsein, dass diese Technologie Finanzmärkte grundlegend verändern würde.
Marcel argumentiert, dass AMMs mehrere strukturelle Vorteile besitzen:
Er ist überzeugt, dass AMM-Technologie auch in der traditionellen Finanzwelt ankommen wird, sobald Banken beginnen, ihre Infrastruktur auf Blockchain-Standards auszurichten.
Für Marcel ist Tokenisierung eines der bedeutendsten Themen der nächsten Jahre – allerdings nur, wenn sie echten Nutzen stiftet. Er unterscheidet klar zwischen bloßer Digitalisierung bestehender Wertpapiere und wirklich nativem On-Chain-Kapitalmarkt. Während tokenisierte Anleihen oder Fonds langfristig Effizienz schaffen werden, schreitet ihre Einführung nur langsam voran, weil bestehende Prozesse und Marktstrukturen träge sind. Reine „Hype-Tokenisierung“, bei der Unternehmen lediglich ein Token-Label auf vertraute Produkte kleben, hält er dagegen für kurzfristig und kaum überlebensfähig.
Das echte Potenzial liegt für ihn im dritten Bereich: Assets, die vollständig programmierbar sind und deren Nutzen erst durch die Blockchain entsteht. Dazu gehören automatische Ausschüttungen, Echtzeit-Liquidität, on-chain Finanzierungen oder der direkte Handel über AMMs. Diese Kategorie werde – laut Marcel – zum Milliardenmarkt, weil sie nicht nur bestehende Abläufe digitalisiert, sondern komplett neue Finanzmechanismen ermöglicht.
Obwohl Europa als konservativ gilt, sieht Marcel den Kontinent überraschend gut aufgestellt. Mit dem deutschen eWpG existiert bereits ein rechtlicher Rahmen für elektronische Wertpapiere, der international Maßstäbe setzt. Gleichzeitig schafft MiCA erstmals europaweit einheitliche Regeln für Token, Stablecoins und Verwahrung – etwas, das die USA bis heute nicht bieten. Diese rechtliche Klarheit macht Europa für institutionelle Investoren besonders attraktiv.
Hinzu kommt, dass Banken und Finanzinstitute längst im Hintergrund experimentieren. Viele arbeiten an tokenisierten Fonds, On-Chain-Settlement oder internen Stablecoin-Pilotprojekten. Für Marcel ist das ein deutliches Zeichen: Europa hat bereits begonnen, die Infrastruktur für den nächsten Finanzzyklus zu legen – und steht damit weiter vorne, als viele Marktteilnehmer vermuten.
Marcel wird im Podcast sehr deutlich: DeFi ist mächtig, aber gnadenlos. Zu den größten Risiken zählt er:
Sein Rat:
Mit kleinen Beträgen starten, offizielle URLs mehrfach prüfen und nur etablierte Protokolle nutzen.
Marcel betrachtet die Reife des DeFi-Sektors mit einer Mischung aus Optimismus und Realismus. Technologisch sieht er große Fortschritte: Protokolle sind stabiler, AMMs sind ausgereift und die Tokenisierungsinfrastruktur gewinnt an Tiefe. Gleichzeitig bleibt die User Experience ein großes Hindernis – für viele Nutzer ist DeFi noch immer zu komplex, zu schnell und zu unforgiving. Auch regulatorisch befindet sich der Markt in einem Übergang: Die Grundlagen stehen, aber ihre Umsetzung ist in vielen Regionen noch fragmentiert.
Für Marcel ist die Zukunft von DeFi klar: Protokolle werden professionalisierter, effizienter und stärker modular aufgebaut sein – insbesondere mit Innovationen wie Uniswap v4 und seinen „Hooks“, die völlig neue Märkte ermöglichen. Er erwartet, dass Protokolle zunehmend Erträge an Tokenholder ausschütten und damit ein nachhaltigeres, dividendenähnliches Modell entstehen lassen. Gleichzeitig wird Infrastruktur im Backend unsichtbar: Banken werden DeFi nutzen, ohne dass der Endkunde weiß, dass ein Smart Contract transaktioniert.
Langfristig sieht Marcel DeFi nicht als Gegenspieler, sondern als Ergänzung zum traditionellen Finanzsystem – ein paralleles, globales, immer verfügbares Netzwerk. In dieser Welt könnten AMMs, On-Chain-Settlement und tokenisierte Assets zu Standards werden, die hinter den Kulissen Milliardenprozesse abwickeln. DeFi wächst leise, aber stetig – und wird sich laut Marcel zum Fundament eines digitalen globalen Finanzsystems entwickeln.
Wenn du tiefer in AMMs, Tokenisierung & die Zukunft der Finanzwelt einsteigen willst, hör dir die komplette Folge mit Marcel Uhlmann an:
👉 Von der Bank zu Uniswap: Marcel Uhlmanns DeFi-Reise | mit DeFi-Pionier Marcel Uhlmann - Crypto Nerds Podcast - Krypto, Bitcoin, Web3 & Co.
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