
Dieser Artikel wird dir präsentiert von CoinTracking
Während draußen Schneechaos und Hamsterkäufe den Alltag bestimmen, zeigt sich der Kryptomarkt vergleichsweise stabil. Nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen ist eine leichte Erholung zu beobachten – keine Euphorie, aber zumindest etwas Entspannung. Einzelne Assets legen zu, andere geraten plötzlich massiv unter Druck. Genau diese Mischung aus Ruhe, Unsicherheit und strukturellem Wandel prägt aktuell den Markt.
In der aktuellen Folge von Crypto Nerds Uncut sprechen Eric Heinemann und Sascha Röhr über genau dieses Spannungsfeld: kurzfristige Kursbewegungen, überraschende Projektentwicklungen, institutionelle Signale – und das große Narrativ Tokenisierung, das immer mehr an Fahrt aufnimmt.
🎥 Die komplette Folge Crypto Nerds Uncut findet ihr hier: Uncut | Bitcoin & Ethereum Marktupdate: Hacks, ETFs, Tokenisierung & Market Maker Insights
Ein Blick auf die Wochenperformance zeigt erste positive Signale. Bitcoin notiert leicht im Plus, auch einzelne Altcoins konnten sich stabilisieren. XRP legte innerhalb von sieben Tagen rund zehn Prozent zu – ein Wert, der in ruhigen Marktphasen durchaus auffällt.
Gleichzeitig wird klar: Diese Erholung ist fragil. Sie basiert weniger auf neuen fundamentalen Treibern als auf technischer Gegenbewegung nach zuvor stark überverkauften Phasen. Entsprechend vorsichtig bleibt die Stimmung – vor allem bei erfahrenen Marktteilnehmern.
Für deutlich mehr Bewegung sorgte diese Woche Zcash. Der Token verlor zeitweise rund 20 Prozent, nachdem bekannt wurde, dass das komplette Founder- und Entwicklerteam das Projekt verlässt. Der Grund: interne Spannungen zwischen Geschäftsführung und Board der Electric Coin Company.
Bemerkenswert ist dabei weniger der Kursrückgang selbst als die Reaktion des Marktes. Trotz des drastischen Einschnitts blieb der Abverkauf vergleichsweise moderat. Viele spekulative Anleger nutzten den Rücksetzer offenbar als Einstieg – in der Hoffnung, dass das Projekt operativ weitergeführt werden kann.
Die offenen Fragen bleiben jedoch erheblich:
Auch Midnight geriet unter Druck – allerdings aus einem ganz anderen Grund. Der sogenannte Glacier Airdrop führte zu kurzfristigem Verkaufsdruck, wie er bei großen Token-Verteilungen häufig zu beobachten ist. Solche Effekte sind meist temporär, sorgen aber regelmäßig für Verunsicherung bei Anlegern.
Das Beispiel zeigt erneut, wie wichtig es ist, Tokenomics und Event-Risiken zu verstehen. Kurzfristige Kursbewegungen sagen wenig über die langfristige Qualität eines Projekts aus – können aber schmerzhaft sein, wenn man sie nicht einkalkuliert.
Deutlich dramatischer verlief die Entwicklung bei TrueBit. Nach einem Hack, bei dem rund 26,6 Millionen US-Dollar in ETH entwendet wurden, brach der Token um fast 99,9 Prozent ein. Für viele Marktbeobachter gilt das Projekt damit faktisch als tot.
Der Fall macht erneut deutlich, wie existenziell Sicherheitsfragen im Kryptomarkt sind – insbesondere bei kleineren Projekten mit geringer Liquidität. Ein einzelner Exploit kann ausreichen, um jahrelange Entwicklungsarbeit zunichtezumachen.
Abseits der Charts sorgte auch eine politische Meldung für Aufmerksamkeit: Donald Trump schließt eine Begnadigung von Sam Bankman-Fried ausdrücklich aus. Hintergrund ist unter anderem, dass SBF 2020 mit über fünf Millionen US-Dollar den Wahlkampf von Joe Biden unterstützte.
Der Fall verdeutlicht einmal mehr, wie eng Politik, Macht und Krypto inzwischen verflochten sind – und wie wenig Raum für romantische Narrative bleibt, wenn es um reale Konsequenzen geht.
Nicht alles im Markt ist negativ. Für positive Schlagzeilen sorgte die Übernahme eines israelischen Crypto-Accounting-Startups durch Fireblocks für angeblich rund 130 Millionen US-Dollar. Das Team galt seit Jahren als eines der stärksten im Bereich Krypto-Buchhaltung und Infrastruktur.
Der Deal zeigt: Auch in schwierigen Marktphasen wird gebaut, investiert und konsolidiert. Gerade im B2B- und Infrastrukturbereich entstehen nachhaltige Werte – oft unabhängig vom aktuellen Marktzyklus.
Ein besonders starkes institutionelles Signal kommt von Morgan Stanley. Die Großbank beantragte ETFs auf Bitcoin, Ethereum und Solana – und bewegt sich damit deutlich näher an den Retail-Markt als viele andere Asset Manager zuvor.
Begünstigt wird diese Entwicklung durch vereinfachte ETF-Listungsstandards der SEC, die langwierige Einzelprüfungen weitgehend ablösen. Zusätzlich plant Morgan Stanley offenbar ein eigenes Wallet, das künftig auch tokenisierte Assets unterstützen soll.
Diese Schritte unterstreichen:
Ein zentrales Thema der Folge ist der Tokenisierungsmarkt. Real-World-Assets wie Immobilien, Anleihen oder Rohstoffe werden bereits in großem Stil tokenisiert. Was jedoch noch fehlt, ist der liquide Zweitmarkt.
Eric und Sascha sind sich einig: Der Engpass liegt nicht in der Technologie, sondern in der Distribution. Genau hier kommen große Exchanges, Banken und Plattformen ins Spiel – mit dem Ziel, eine Art „Everything Exchange“ zu schaffen.
Zum Abschluss richtet sich der Blick auf Market Maker wie Wintermute. Ein LinkedIn-Post sorgte für Aufsehen: Rund 82 Mitarbeiter, angeblich 96 Millionen US-Dollar Gehaltskosten pro Jahr. Die Diskussion zeigt, wie sensibel das Thema Market Making ist.
Market Maker sind essenziell für funktionierende Märkte – gleichzeitig gibt es Grauzonen, insbesondere bei künstlichem Volumen oder Preismanipulation. Für Privatanleger bleibt die wichtigste Erkenntnis: Hebel reduzieren, Risiken verstehen, Spot bevorzugen.
Diese Folge von Crypto Nerds Uncut zeigt den Markt in einer Übergangsphase. Kurzfristige Dramen, Hacks und Token-Abverkäufe treffen auf langfristige Trends wie Tokenisierung, institutionelle Adoption und regulatorische Klarheit.
Oder anders gesagt:
Der Markt ist ruhig – aber unter der Oberfläche wird intensiv gearbeitet.
Mehr Einordnung zu Bitcoin, Altcoins, Tokenisierung, institutioneller Adoption und Marktmechaniken hört ihr im Crypto Nerds Podcast – überall dort, wo es Podcasts gibt.
👉 Jetzt abonnieren: Crypto Nerds Podcast


